CFDs mit Kredit handeln?

Geld leihen und damit spekulieren - das klingt erstmal sehr unklug. Wir geben Antwort auf diese schwierige Frage!

Wer glaubt, mit virtuellem CFD-Trading eine brauchbare Strategie gefunden zu haben, möchte manchmal das nötige Handelskapital per Kredit beschaffen. Das ist nicht so abwegig, wie Banken allgemein behaupten. Die Geldhäuser raten strikt vom Trading auf Kredit ab, sie gewähren auch keine Kredite speziell zu diesem Zweck. Dennoch ist es natürlich möglich, ein Verbraucherdarlehen zur freien Verwendung aufzunehmen und damit auf Kredit zu spekulieren.

Doch warum sind die Banken so sehr gegen die kreditfinanzierte Spekulation eingestellt? Nun, ihre Argumente sind nicht von der Hand zu weisen: Allzu viele Menschen würden sich wohl auf diese Weise um Kopf und Kragen spekulieren. Dennoch gibt es große Beispiele des kreditfinanzierten Tradings: Altmeister George Soros geht bisweilen so vor.

Wie erhalte ich einen Kredit für das Trading?

Aufgepasst: Es gibt Kredite auf ein vorhandenes Aktienportfolio. Dieses kann beliehen werden. Das hat aber nichts mit einem Kredit für das CFD-Trading zu tun. CFDs sind hochspekulative Derivate, hierfür gibt keine Bank explizit einen Kredit.

Wer also tatsächlich einen Kredit für das CFD-Trading aufnehmen wollte, müsste diesen als Verbraucherdarlehen zur freien Verwendung deklarieren. Solche Kredite erhalten am ehesten Personen mit einem Einkommen aus einer unbefristeten Vollzeitbeschäftigung im Angestellten- oder Beamtenverhältnis.

Wenn die Spekulation mit den CFDs nicht aufgeht, müsste der Kreditnehmer das Darlehen aus seinem Arbeitseinkommen zurückzahlen, nötigenfalls wird er gepfändet.

Sollte man unter diesen Umständen auf Kredit handeln?

Die Antwort auf diese Frage fällt in den Bereich der Ermessensentscheidungen. Tendenziell ist eher abzuraten. Die Banken mit ihrem umfangreichen Wissen zu erfolgreichen oder erfolglosen Geldanlagen – gewonnen aus vielen Millionen Daten – liegen mit ihrer Einschätzung nicht so falsch.

Hinzu kommt ein Aspekt des CFD-Tradings aus rein technischer Sicht: Mit CFDs können die Anleger schon mit sehr wenig Geld handeln. Selbst 100 Euro können für einen ersten Trade genügen. Hierfür benötigt niemand einen Kredit, es sei denn, er besäße so wenig Geld, dass man vom Spekulieren generell abraten würde. Doch so klar und einfach, wie es hier dargestellt wird, ist die Praxis oft nicht.

Es könnte beispielsweise ein virtueller Trader über einige Monate ein Handelssystem entwickelt haben, das einen Kapitaleinsatz von einigen Tausend Euro erfordert. Das wäre beim CFD-Trading gar nicht so abwegig. Der Hintergrund: CFDs zu einem geringen Preis könnten bei schwacher Volatilität intraday nicht genügend Gewinn erwirtschaften, der Trader wäre mit sehr kleinen Einsätzen zum Positionstrading gezwungen. Dieses wiederum scheitert allzu oft an Overnight-Gaps (nächtlichen Kurslücken).

Wer das eine Weile beobachtet, kommt möglicherweise auf die zwangsläufige Idee, mit höheren Summen die kleinen Bewegungen im Intraday-Verlauf zu scalpen. Für solche Ansätze ist ein Kapitalstand von rund 2.000 bis 4.000 Euro auf dem Tradingkonto sehr hilfreich. Es geht auch mit weniger Geld, wäre dann aber sehr mühsam. Wenn aber ein Trader glaubt, mit Scalping und einem ursprünglichen Kapitalstand von 3.000 Euro alsbald seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, weil er sich das mit virtuellem Kapital bewiesen hat, könnte er zum zwingenden Schluss gelangen, dass ihm mangels liquider Mittel nur ein Kredit weiterhelfen könnte. Das ist eine sehr riskante Idee, aber im Grunde nicht abenteuerlicher, als fast ohne eigene Mittel ein neues Unternehmen zu gründen – was auch schon einigen Entrepreneuren gelungen ist.

Natürlich kann man diesem Trader raten, sich doch die 3.000 Euro zusammenzusparen, doch er hat eine virtuelle Serie mit einer Performance von 150 % pro Monat produziert. Es handelt sich um einen ausgesprochenen Geringverdiener, der für viel Arbeit wenig Geld bekommt. Für sein Trading würde er auch Zeit benötigen, er müsste seine Sklavenarbeit aufgeben. Den Kredit würde er vielleicht im Verwandtenkreis aufnehmen. Seine Rechnung lautet:

  • Er nimmt einen Kredit über 5.000 Euro auf und setzt 3.000 Euro für das Trading ein, von 2.000 Euro und etwas Erspartem lebt er über einen Monat ohne Erwerbstätigkeit.
  • Nach einem Monat hat er beim Trading 4.500 Euro erwirtschaftet. Sein Kapitalstand auf dem Tradingkonto beträgt nun 7.500 Euro. Er entnimmt 2.000 Euro zum Leben und tradet weiter mit 5.500 Euro.
  • Kapitalstand auf dem Tradingkonto nach dem zweiten Monat: 13.750 Euro. Privatentnahme 2.000 Euro, es geht weiter mit 11.750 Euro.
  • Kapitalstand auf dem Tradingkonto nach dem dritten Monat: 29.375 Euro. Privatentnahme 2.000 Euro, es geht weiter mit 27.375 Euro.
  • Kapitalstand auf dem Tradingkonto nach dem vierten Monat: 68.437,50 Euro. Privatentnahme 2.000 Euro, es geht weiter mit 66.437,50 Euro.
  • Kapitalstand auf dem Tradingkonto nach dem fünften Monat: 166.093,75 Euro. Die Privatentnahme steigt nun auf 4.000 Euro, der Trader gönnt sich was zur Feier des Tages. Es geht weiter mit 162.093,75 Euro.

Nach dieser Rechnung ist der Trader irgendwann im siebenten Monat Millionär. Soll man ihm daher wirklich vom anfänglichen kleinen Kredit über 5.000 Euro abraten?

Fazit zum CFD-Trading auf Kredit

CFD-Trading auf Kredit ist etwas für Abenteurer, was nicht bedeutet, dass es nicht gelingen kann. In unserer so schön anzusehenden Beispielrechnung verbergen sich viele Unsicherheitsfaktoren. Der Trader dürfte an keiner Stelle die Nerven verlieren, der Markt dürfte keine unerwarteten Kapriolen vollführen. Ein Ratschlag zum CFD-Trading auf Kredit fällt allen Ernstes sehr schwer.

Wir hoffen dieser Artikel hat geholfen. Wenn ja, dann freuen wir uns über ein „Like“ oder ein „+1“. Falls Sie direkt loslegen wollen, haben wir hier noch eine Broker-Empfehlung:

24option Erfahrungen
Bonus:keiner
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 100 €
Wertung:
XM.com Erfahrungen
Bonus:keiner
MindesteinzahlungMin. Einzahlung 5 €
Wertung:
Bonus:
MindesteinzahlungMin. Einzahlung
Wertung: