Bedeutung der Quartalszahlen

Geschäftsberichte von Unternehmen haben eine große Bedeutung für den CFD Handel. Wir klären auf!

Quartalsergebnisse werden im vierteljährlich publizierten Geschäftsbericht eines Unternehmens pflichtgemäß veröffentlicht. Es gibt auch eine freiwillige Veröffentlichung, nur bestimmte Unternehmen müssen den Quartalsbericht vorlegen (siehe unten). Aus diesem Bericht können Anleger wichtige Informationen zum Geschäftsverlauf des Unternehmens entnehmen.

Was sind die Quartalszahlen?

Die Quartalszahlen entsprechen im Prinzip – bis auf kleine Ausnahmen und Reduzierungen – dem Jahresabschlussbericht des Unternehmens. Sie enthalten:

  • Angaben zum Unternehmen
  • Angaben zur Geschäftstätigkeit
  • Quartalsbilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Kapitalflussrechnung

Das sind diejenigen Zahlen, die offiziell verlangt werden. In freiwillig publizierten Quartalsberichten werden teilweise weitere Kennzahlen veröffentlicht. Der offiziell verlangte Quartalsbericht muss in Inhalt und Form den Rechnungslegungsgrundsätzen eines Jahresabschlusses entsprechen. In Deutschland müssen nach § 63 Absatz 8 BörsO (Börsenordnung der Deutschen Börse AG) diejenigen Unternehmen einen Quartalsbericht veröffentlichen, die im Prime Standard vertreten sind.

Es gab und gibt Unternehmen, die keine Quartalsergebnisse veröffentlichen möchten, darunter die Porsche AG. Sie erscheint daher nicht im Prime Standard und damit auch nicht im DAX, obgleich sie dort hingehören würde. In anderen Staaten gibt es abweichende Regelungen zur pflichtgemäßen Veröffentlichung der Quartalszahlen.

Warum sind die Quartalszahlen wichtig?

Die Quartalszahlen liefern einen Überblick über den Geschäftsverlauf nur eines Vierteljahres, Anleger finden das bedeutsam. Diese Bedeutung ist umstritten, weil in einem Quartal durchaus das bilanzielle Ergebnis aufgrund von Investitionen sinken kann, die sich aber langfristig auszahlen. Anleger möchten aber über den kurzfristigen Geschäftsverlauf informiert werden. Häufig steigen oder fallen daher nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen die Kurse des Unternehmens.

Wie werden Quartalszahlen publiziert?

Quartalszahlen publizieren die Unternehmen in den ersten zwei Wochen des zweiten Monats nach dem Ende des Berichts-Quartals im Bundesanzeiger, auf ihren Homepages und bei den spezialisierten Informationsanbietern Bloomberg und Reuters sowie in der Wirtschaftsfachpresse, heutzutage also auch in Online-Publikationen. Die Termine liegen

  • Anfang Februar,
  • Anfang Mai,
  • Anfang August und
  • Anfang November.

Es gibt in Deutschland keine gesetzlichen Vorschriften, die Publizierung erfolgt freiwillig (§ 328 Absatz 2 HGB). Unternehmen, die keinen Quartalsbericht veröffentlichen, können lediglich nicht in den Prime Standard der Deutschen Börse gelangen. In den USA gibt es hingegen gesetzliche Vorschriften zur Veröffentlichung eines Quartalsberichtes.

Wie können Anleger den Quartalsbericht nutzen?

Anleger können davon ausgehen, dass nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen Kursbewegungen zu erwarten sind. Allerdings sind diese Bewegungen bei Weitem nicht immer logisch. Sehr oft sinken Kurse nach der Veröffentlichung positiver Quartalszahlen. Die Kommentatoren vermerken dann lapidar, dass die erwartbar guten Zahlen schon vorher eingepreist waren. Bei negativen Quartalszahlen sinken hingegen gern die Kurse, aber auch das ist kein Automatismus.

Dieses Phänomen ist schon sehr lange bekannt, denn Quartalsberichte von Unternehmen gibt es schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der heutigen Form führten die USA den Quartalsbericht in den 1970er Jahren ein. Es gibt daher eine historisch sehr alte und auch eine moderne, seit einigen Jahrzehnten währende Diskussion darüber, was Quartalszahlen aussagen und wie Anleger darauf reagieren sollten. Belegbare Phänomene sind:

  • Gewinnwarnungen vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen führen praktisch immer zu einem Kurseinbruch. Gewinnwarnungen sind gesetzlich vorgeschrieben.
  • Bei relativ normalem Geschäftsverlauf riskieren Unternehmen, die im vergangenen Quartal investiert haben und daher keinen hohen bilanziellen Gewinn vorweisen können, nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts abgestraft zu werden.
  • Positive Quartalszahlen führen teilweise zu Kurssteigerungen, aber in der Regel nur dann, wenn sie so positiv nicht erwartet worden waren.

Die Kurzfrist-Orientierung der Quartalsberichte wird von vielen Managern scharf kritisiert. Sie ist ein Grund dafür (neben den Kosten für einen Quartalsbericht), warum Porsche keine Quartalszahlen veröffentlicht. Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verwies in den frühen 2000er Jahren darauf, dass durch die Praxis der Quartalsberichte viele Unternehmen nur noch so gesteuert würden, dass ihre Quartalszahlen stimmen. Wiedeking hielt dieses Kurzfristdenken für keine sinnvolle Unternehmensführung, viele Manager rund um den Globus stimmen ihm zu.

Dieser Auffassung steht die freiwillige Veröffentlichung von Quartalszahlen durch Unternehmen gegenüber, die dazu in keiner Weise verpflichtet sind. Das bedeutet in verkürzter Darstellen: Quartalszahlen sind umstritten. Dem entspricht ihre schlechte Verwendbarkeit für Kursprognosen.

Wie Anleger mit Quartalszahlen umgehen, hängt von ihrem Verständnis für die Thematik und von ihrem Anlagehorizont ab. Wer langfristig investieren will, sollte auch positive Quartalszahlen strikt hinterfragen. Sie können entstanden sein, weil das Unternehmen wichtige Investitionen unterließ, was aber die langfristige Substanz beschädigt. Für das Quartal stieg dadurch aber der Gewinn. CFD-Trader wiederum können die meist kurzfristigen Kursausschläge nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen scalpen.

Fazit zu den Quartalszahlen

Das wichtigste Fazit zu den Quartalszahlen lautet: Trader müssen damit vorsichtig umgehen. CFD-Trader können auf eine Kursbewegung hoffen, doch auch das ist nicht gesichert. Die Richtung der Kursbewegung ist bei guten Quartalszahlen unklar, bei schlechten Zahlen und/oder einer vorherigen Gewinnwarnung dürften die Kurse so gut wie immer fallen.

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