Sinewave Trading Cycle

Eine mathematisch bewiesene Strategie? Das wäre ja wie die Vorhersage der Lottozahlen. Oder?

Die Sinewave Trading Cycles gehören zu einer Analysestrategie, bei der periodische Zyklen des Marktes aufgespürt werden. Der Entwickler dieser Strategie war Dr. John F. Ehlers, der daraus das voll automatisierte Analysetool MESA programmieren konnte (Maximum-Entropy Spectral Analysis).

Eine ausführliche Erläuterung findet sich hierzu in seiner 2006 erschienenen Publikation „Cybernetic-Analysis for Stocks-and Futures“. Dort stellt Dr. Ehlers dar, dass sich Marktzyklen häufig überlappen. Das erschwert ihre Analyse, weshalb sich John Ehlers auf den aktuell vorherrschenden Zyklus konzentrierte. Dabei setzte er seinen bevorzugten Indikator „Sinewave Cyber“ ein, mit dem er den dominanten Zyklus ausfindig machen konnte. Dieser stellt sinusartig Auf- und Abwärtsbewegungen des Marktes dar.

Der deutsche Trader und Analyst Claus Grube übersetzte zusammen mit Ehlers den Algorithmus dieses Indikators in eine Programmiersprache für Tradingprogramm (Express), daher lassen sich die Sinewave Trading Cycles in einen Expert Advisor integrieren.

Sinewave Trading Cycles: Funktionsweise

Der Indikator berechnet den dominanten Zyklus, ohne zunächst die Parameter anzupassen. Das Ergebnis ergibt sich aus einer voreingestellten Zeiteinheit. Laut Crube eignen sich 28 x 15 Minuten, also ein halber Trading-Tag, sehr gut für den Eurostoxx 50 Index.

Grundsätzlich lassen sich die Sinewave Trading Cycles auf alle Indizes anwenden, wobei sie für das Swing-Trading prädestiniert sind. Der Sinewave Trading Cycles Indikator von Dr. Ehlers schwingt zwischen den Werten -1 und +1, Signale entstehen durch Kreuzungen von Vorgängerschwingungen. Sie werden aus dem Sinus eines Winkels und – als Trigger – dem Sinus desselben Winkels 45° zuvor erzeugt. Die beiden Sinewaves kreuzen sich nicht in Zeiten der Trendfolge, daher ist ein Trendfilter überflüssig, der ansonsten Fehlsignale vermieden hätte.

Die grundlegende mathematische Basis von Dr. Ehlers ist die „Hilbert-Transformation“. Diese geht davon aus, dass sich Märkte, wenn sie nicht eindeutig tendieren, zyklisch verhalten. Dieses Verhalten lässt sich auf Sinuskurven umrechnen, so die Theorie. Wenn der dominante Zyklus gefunden wurde, passt sich der Indikator der Sinewave Trading Cycles auch an wechselnde Frequenzen und Tempi der Zyklen an.

Eine Position geht der Trader ein, wenn sich die Sinewaves kreuzen. Bei der nächsten Kreuzung in die Gegenrichtung schließt der Trader diese Position und positioniert sich in die Gegenrichtung – auf eine Longposition folgt die Shortposition und umgekehrt.

Stärken und Schwächen der Sinewave Trading Cycles

Die entscheidende Stärke der Sinewave Trading Cycles besteht darin, dass sie automatisierbar sind und damit den Trader komplett von der Beobachtung der Märkte entlasten. Allerdings muss hierzu zwingend ein Trailing Stop installiert werden, den die Strategie offensichtlich nicht vorsieht.

Eine entscheidende Schwäche ist die Betrachtung der Märkte unter dem Aspekt eines sinusartigen Verhaltens. Das ist aus der Mathematik hergeleitet, doch so mathematisch verhalten sich Märkte dem Augenschein nach nicht, jedenfalls nicht sinusartig. Fibonaccizahlen lassen sich begrenzt anwenden, Sinuskurven erscheinen weltfremd.

Dennoch können Sinewave Trading Cycles Ergebnisse bringen, und zwar gerade dann, wenn der Markt doch tendiert, nämlich fällt. Das zeigt die Kapitalkurve mit Sinewave Trading Cycles über zehn Jahre (EuroStoxx 50). Der Trader hat hier offenbar einen Trailing Stop eingesetzt, als der Index fiel und es durch die Sinewave Trading Cycles auch keine neuen Signale mehr gab.

Fazit zu den Sinewave Trading Cycles

Diese Strategie begeistert, weil sie scheinbar auf unverrückbaren, bewiesenen mathematischen Tatsachen basiert. Wir wagen das zu bezweifeln. Es gibt mehrere Tests mit der Sinewave Trading Cycles Strategie, deren Ergebnisse von gut bis absolut katastrophal reichen. Das leuchtet auch ein, denn wenn die Positionen laufend wechseln – von long zu short und zurück – und dabei der Trailing Stop nicht definiert ist, kann kein großer Gewinn entstehen. Die Strategie gilt in Fachkreisen nicht als robust, allerdings glauben einige Trader, dass man sie verbessern könne.

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