Steuern auf den CFD Handel

Gewinne aus dem Handel mit CFDs müssen nicht immer deklariert werden. Wir erläutern die Hintergründe.

Auf den CFD Handel fallen Steuern an, wenn dieser auf Jahressicht Gewinne generiert. Die Differenzkontrakte sind steuerrechtlich als Termingeschäfte zu betrachten, sie unterliegen damit der Abgeltungssteuer (Kapitalertragssteuer). Diese beträgt pauschal 25 % plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag, wobei die beiden letztgenannten Komponenten nicht einfach addiert werden, sondern auf die Kapitalertragssteuer (Soli) berechnet werden beziehungsweise vorab die Steuerlast reduzieren und dann zugerechnet werden (Kirchensteuer). Die Steuer führt ein inländischer Broker als Abgeltungs- oder Quellensteuer direkt und anonym an das Finanzamt ab.

Behandlung der Steuerlast auf CFD-Gewinne

Broker berechnen automatisch den Gewinn eines Tradingkontos anhand der Differenz von Einzahlungen und Rückzahlungen auf das Referenzkonto des Kunden. Diese Berechnung findet nur auf Jahressicht statt. Inhaber eines Tradingkontos erhalten etwa im Februar oder März des Folgejahres von ihrem Broker einen Bescheid über den Gewinn und die abgeführte Steuer, wenn ein Gewinn entstanden ist.

Sollte das Konto neutral oder mit Verlust geführt worden sein, erhält der Trader nur einen Bescheid über die Steuerlast “0”. Das bedeutet, der Broker verrechnet auf Jahressicht intern die Gewinne und Verluste aller Trades. Wenn eine Steuerlast entstanden ist, führt sie ein deutscher Broker automatisch und anonym an das Finanzamt ab.

Das Konto muss entsprechend kapitalisiert sein, ansonsten würde es der Broker nach Abführung der Steuer im Verlust führen und vom Trader einen Ausgleich verlangen. Der Trader hat die Möglichkeit, den gesetzlichen Freibetrag bis 801 Euro pro Person oder 1.602 Euro für gemeinsam veranlagte Paare für dieses Tradingkonto anzumelden. Er kann die entrichtete Steuer in seiner Steuererklärung angeben, ist dazu aber nicht verpflichtet. Diese Meldung lohnt sich, wenn

  • der Einkommensteuersatz des Traders unter 25 % liegt und er beim Finanzamt eine individuelle Besteuerung beantragen möchte oder
  • wenn er Gewinne aus dem Trading gegen Verluste aus anderen Kapitalanlagen auf anderen Konten verrechnen möchte.

Eine Verrechnung gegen Verluste aus anderen Einkünften – etwa aus einem Gewerbebetrieb – ist seit 2009 nicht mehr möglich.

Was passiert beim CFD Trading bei ausländischen Brokern?

Ausländische Broker unterliegen nicht der Pflicht, die in Deutschland entstandene Quellensteuer abzuführen. Daher ist der Trader verpflichtet, die Tradinggewinne dem Finanzamt in seiner Steuerklärung zu melden und nach dem Steuerbescheid die Steuer selbstständig abzuführen.

Nun stellt sich für Kunden die Frage, ob sein Finanzamt überhaupt etwas vom CFD Tradinggewinn im Ausland erfahren kann. Ausdrücklich können Finanzämter und andere Behörden im Inland den sogenannten Kontenabruf (bei Verdacht auf Straftaten) durchführen, im Ausland ist das bislang noch nicht möglich. Allerdings könnte sich das nach den jüngsten Entwicklungen ändern.

Der Kunde muss aber für seinen Tradinggewinn ein Referenzkonto unterhalten, auf welches er den Gewinn transferiert – nur dann ist dieser entstanden. Wenn er auf dem Tradingkonto verbleibt, ist es noch kein Gewinn. Das Referenzkonto dürfte ein deutsches Giro- oder Kreditkartenkonto sein. Auch hiervon erfährt das Finanzamt per möglichem Kontoabruf – für den es ein Verdachtsmoment geben muss – nur die Stammdaten, aber nicht die Umsätze.

Theoretisch wäre es daher straffrei möglich, wenn auch nicht legal, Tradinggewinne aus dem Ausland nicht zu versteuern. Sollte der Trader allerdings irgendwann einmal einer Steuerprüfung unterzogen werden, drohen satte Nach- und Strafzahlungen, schlimmstenfalls sogar Gefängnis.

Ganz schlimm hat es den ehemaligen Fußballstar und FC Bayern München Manager Ulli Hoeneß erwischt. Hoeneß war ein besessener Trader, seine Konten lagen vielfach im Ausland, Steuern hat er auch hinterzogen. Dafür musste er ins Gefängnis.

Bemessung der Kapitalertragsteuer

Der pauschale Steuersatz von 25 % erhöht sich um 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragsteuer. Nicht auf den Gewinn, sondern auf die Steuerlast werden 5,5 % Soli fällig. Daher ergibt sich ohne Kirchensteuerpflicht eine Steuerlast von 26,3750 %, nämlich 25 % + (25 x 5,5 %).

Noch komplizierter fällt die Berechnung der Kirchensteuer aus. Es gibt hierfür die drei Möglichkeiten, dass sie ganz entfällt oder für konfessionelle Gebundene in Baden-Württemberg und Bayern 8 %, in allen anderen Bundesländern 9 % beträgt. Die Kirchensteuer wird als Sonderausgabe von den Kapitalerträgen abgezogen und verringert damit ihre Bemessungsgrundlage. Auf die verringerte Bemessungsgrundlage wird sie bei Kirchensteuerpflicht in Höhe von 8 oder 9 % erhoben. Aus dieser komplexen Rechnung ergeben sich die folgenden Kapitalertragsteuersätze:

  • keine Kirchensteuer: 26,3750 %
  • 8 % Kirchensteuer: 27,8186 %
  • 9 % Kirchensteuer: 27,9951 %

Fazit zur Steuer auf CFD Gewinne

CFD Gewinne sind zu versteuern, inländische Broker führen die Steuer als Quellensteuer direkt und anonym ans Finanzamt ab. Ausländische Broker machen das nicht, der Trader ist selbst zur Meldung und späteren Entrichtung der Steuer verpflichtet. CFD-Gewinne werden mit Verlusten auf demselben Tradingkonto automatisch verrechnet, sie können auch mit Verlusten aus anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Ebenso ist es möglich, CFD-Verluste mit Gewinnen aus Anlagezinsen auf anderen Konten zu verrechnen, hierzu muss der Trader allerdings eine Verlustbescheinigung vom Broker anfordern.

Die Verrechnung erfolgt grundsätzlich unterjährig. Es gibt teilweise eine andere steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen, beispielsweise im Immobilienbereich. Wer plant, die entstandenen Gewinne und Verluste gegeneinander zu verrechnen, sollte durchaus einen Steuerberater bemühen.

Wir hoffen dieser Artikel hat geholfen. Wenn ja, dann freuen wir uns über ein „Like“ oder ein „+1“. Falls Sie direkt loslegen wollen, haben wir hier noch eine Broker-Empfehlung:

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