Chartdarstellungen

Die Darstellung des Kurses ist essentiell beim Handel von Wertpapieren. Welche Varianten gibt es eigentlich?

Chartdarstellungen dienen der Kursanzeige von Wertpapieren in einem Diagramm. Es gibt sie schon sehr lange. Seit Menschen handeln, möchten sie die Gesetzmäßigkeiten von Preisentwicklungen visuell darstellen, um daraus Zusammenhänge abzuleiten. Es haben sich im frühen 21. Jahrhundert mehrere Darstellungsarten durchgesetzt, die grundsätzlich das zweidimensionale Diagramm mit X- und Y-Achse nutzen.

Es wäre zu vermuten, das ein Chart für das börsliche Geschehen auf der X-Achse stets die Zeit und auf der Y-Achse den Preis darstellt, aber es gibt durchaus davon abweichende Chartdarstellungen. Ein Beispiel wäre der Point & Figure Chart, der die Zeit ausblendet beziehungsweise sie nur rudimentär darstellt. Deren Darstellung erfolgt in diesem Fall nicht-linear, zudem dient die X-Achse eher der ereignisbezogenen als der zeitbezogenen Darstellung.

Allerdings stellen solche Charts eher die Ausnahme dar. In der Regel sind in Chartdarstellungen stets horizontal die Zeit und vertikal die Preise abzulesen.

Warum gibt es unterschiedliche Chartdarstellungen?

Unterschiedliche Chartdarstellungen entstanden wegen der Fokussierung auf bestimmte Ereignisse im Kursgeschehen und auch aus traditionellen Gründen. Einzelne Darstellungsarten haben sich regional unterschiedlich entwickelt.

Darüber hinaus spricht jeder Chart auf andere Weise die visuellen Gewohnheiten und Fähigkeiten einer handelnden Person an. Die vom Trader gewählte Chartdarstellung richtet sich daher nach dem gewünschten Komfort, aber auch nach den Gesetzmäßigkeiten des gehandelten Assets und nach dem Zeithorizont, den der Trader einnimmt.

Regionale Unterschiede sind bei Varianten wie dem Linienchart, den Candlesticks und dem Point & Figure Chart festzustellen. Der Linienchart stammt aus Europa, der Candlestick Chart ist eine japanische Erfindung aus dem 18. Jahrhundert. Er stellt die Entwicklung im Zeitbereich der einzelnen Kerze dar. Die Betrachtung ähnelt der japanischen Sprache, die wie viele asiatische Sprachen für einen Begriff ein Zeichen einsetzt und nicht das Wort aus Buchstaben zusammensetzt.

In den USA wurde Anfang des 20. Jahrhunderts der Point & Figure Chart entwickelt. Der US-Aktienhandel war damals schon sehr fortgeschritten. Die Händler gelangten zur Erkenntnis, dass eine börsliche Entwicklungen eher vom Ereignis als von der Zeit abhängig ist. Diese Ereignisse stellt der Point & Figure Chart dar.

Als Trader die Bedeutung des Handelsvolumens in die Chartdarstellung integrieren wollten, entwickelten sie Volume Charts wie den Equivolume Chart und den Candle Volume Chart.

Arten von Chartdarstellungen und ihre Verbreitung

Es gibt Klassen von Chartdarstellungen, die grundsätzlich wie folgt zu unterscheiden sind:

  • Liniencharts: Diese Klasse stellt einen engen Zusammenhang zwischen der Preis- und der Zeitentwicklung in Form der Linie her. Diese kann wie im Falle des Filled Area Charts auch über einer farblich (oder per Schraffur) ausgefüllten Fläche verlaufen. Liniencharts sind sehr übersichtlich, bieten aber als Information nur den Preisverlauf pro Zeiteinheit.
  • Balkencharts: Zu dieser Darstellungsklasse gehören viele Charttypen, darunter die Candlesticks, Bar Charts, OHLCs, Candle Volume Charts, Linked Forest Charts oder Equivolume Charts. Die Gemeinsamkeit ist die Zeitunterteilung in Balken. Preis und Zeit verlaufen wie beim Linienchart linear. Die Balken können unterschiedliche Aussagen treffen, etwa die bullishe oder bearishe Tendenz innerhalb der Zeiteinheit des Balkens, das Hoch und das Tief, den Eröffnungs- und den Schlusskurs sowie das Volumen. Der großen Informationsfülle steht der Nachteil einer zunehmenden Unübersichtlichkeit gegenüber.
  • Ereignischarts: Der bekannteste Vertreter dieser Klasse ist der Point & Figure Chart, es gibt noch mehr Varianten. Grundsätzlich ist der Zeitverlauf dem Ereignis untergeordnet. Eine absolute Zeit wird nicht dargestellt, in einigen Fällen – so beim Point & Figure Chart – fehlt auch der absolute Preis. Es liegt eine andere Betrachtungsweise vor, die im Kontext einer seit Jahrhunderten andauernden wissenschaftlichen Diskussion steht. Die Bedeutung der Zeit für ein Ereignis ist nämlich ebenso umstritten wie die Bedeutung des absoluten Maßes gegenüber der Relation. Ereignischarts folgen eher der Auffassung, dass man das Ereignis hoch bewerten sollte.

Am meisten verbreitet sind Liniencharts, Candlestick Charts und OHLC Charts. Der Equivolume Chart könnte sich in Zukunft verstärkt durchsetzen.

Fazit zu den Chartdarstellungen

Einsteiger sollten den Linienchart und den Candlestick Chart kennen und anwenden. Gerade der Candlestick Chart lässt viele Ausdeutungen zu, mit denen sich ein Trader beschäftigten muss.

Fortgeschrittene Trader verwenden beim Scalpen Bar Charts und oft den OHLC Chart, darüber hinaus könnte die Tendenz hin zu den Volumencharts gehen. Zu empfehlen wäre der Equivolume Chart.

Die Ereignischarts sind aus der Mode gekommen, doch Trader sollten im Zuge ihrer Ausbildung einmal einen Blick darauf werfen, um sich mit deren Aussagen vertraut zu machen.

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