Daytrading: Definition und Vorteile

Als Daytrader erfolgreiche zu sein und seine Brötchen zu verdienen, ist der Traum vieler. Wie realistisch ist das?

Daytrading bedeutet, dass eine Position am selben Tag geschlossen wie eröffnet wird. Das ist die einzige gültige Definition, wobei innerhalb der Tagesspanne die Position über Stunden, Minuten und auch nur Sekunden gehalten werden kann.

Für das sehr ultrakurzfristige Trading im Sekunden- und Minutenbereich hat sich zusätzlich der Begriff Scalping eingebürgert (der Trader scalpt kurzfristige Kursausschläge ab), es gehört aber prinzipiell zum Daytrading.

Der Hauptgrund für Daytrading liegt im Vermeiden von Gaps, also Kurslücken, die jeder Wert über Nacht ausbilden kann. Diese Kurslücken können zugunsten oder zuungunsten einer eingegangenen Position ausfallen, sie sind aber in jedem Fall nicht kalkulierbar, was durch Daytrading kompensiert wird.

Einordnung des Daytradings in die Handelsaktivitäten

Trader und Investoren können Positionen über Wochen, Monate und Jahre halten, dieses sogenannte Positionstrading kann sehr profitabel sein und ab einem bestimmten Punkt relativ stressarm verlaufen. Es bedingt allerdings bestimmte Voraussetzungen. Zunächst ist die Wahl des Handelsinstruments entscheidend, denn während Daytrader aus Gründen des Moneymanagements fast ausschließlich mit hochgehebelten Derivaten handeln, die durch ein Overnigth-Gap wertlos verfallen können, bevorzugen Positionstrader niedrig gehebelte Derivate beziehungsweise gleich das tatsächliche Underlying, also vorwiegend eine Aktie oder einen Rohstoff-Future.

Daytrading

Am ehesten ist der Unterschied zwischen Positions- und Daytrading anhand einer Aktie und eines auf sie abgebildeten Derivats zu verstehen. Wer einen Bluechip als reine Aktie kauft, also etwa die Aktie eines Dax-Unternehmens, kann davon ausgehen, dass diese in den nächsten Jahren nicht wertlos verfällt. Der Bluechip hat seinen Status als besonders wertvolles Papier innerhalb der dreißig Dax-Werte, weil das Unternehmen so stark ist, dass eine Insolvenz und damit ein wertloser Verfall seiner Aktien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen erscheint. Wenn also die Aktie ein Overnight-Gap erleidet, kann sie dabei vielleicht um zwei oder drei Prozent fallen, sie wird aber keinesfalls wertlos. Übrigens kann sie auch um diesen Betrag über Nacht steigen. Der Investor kann dieses Gap aussitzen.

Sollte er aber ein Derivat – einen CFD oder einen Knock-out – auf diese Aktie gekauft haben, das sich am Handelstag durchaus um 100 Prozent bewegen kann, so kann dieses Derivat overnight auch um 100 Prozent verfallen und damit wertlos werden.

Dagegen kann sich der Trader durch einen Stopploss im Prinzip kaum schützen. Es gibt hiergegen verschiedene Hedging-Strategien, diese fallen aber höchst komplex aus. Sinnvoller erscheint Daytrading. Die Derivate werden am Handelstag gekauft und vor Börsenschluss in jedem Fall verkauft, unabhängig von den Gewinnen oder Verlusten.

Gerade relativ niedrig kapitalisierte Trader mit Konten zwischen einigen Hundert bis wenigen Tausend Euro können kaum anders handeln, wenn sie ein Ergebnis ihres Handelns erkennen wollen. Sollten diese Trader allerdings sehr viel Geduld mitbringen, können sie auch mit niedrig gehebelten Derivaten und einer bestimmten Strategie Positionstrading betreiben.

Andererseits betreiben auch die für Banken und Hedgefonds tätigen Trader mit Derivaten Daytrading. Das wird ja gerade kritisiert (Warren Buffet: „Derivate sind Massenvernichtungswaffen„), weil hier Millionensummen eingesetzt werden, die hochgehebelt hohe Risiken bergen. Ein großer Teil der Finanzkrisen seit 2007 wurde so verursacht.

Einordnung des Daytradings in die Handelsaktivitäten

Zunächst sollen die Vorteile kurz beschrieben und danach die nötige Handlungsweise erläutert werden. Zu den Vorteilen gehören:

  • Risiko durch Overnight-Gaps entfällt
  • Gewinne werden am selben Tag realisiert
  • Verluste bleiben strikt unter Kontrolle
  • Handeln mit relativ geringer Kapitalisierung möglich
  • Derivatehandel im Forexmarkt möglich

Das Risiko durch Overnight-Gaps ist schwer einzuordnen und nur mit einiger Erfahrung zu verstehen. Wenn Sie sich ein Bild darüber machen möchten, betrachten Sie einige Forexwerte wie EUR/USD, EUR/GBP, USD/JPY, EUR/JPY oder GBP/USD. Auch der Dax ist sehr interessant, er wird von sehr vielen Trading-Neulingen gern für den CFD- oder Knockout-Handel genutzt, übrigens zu Unrecht. Es gibt viel bessere Werte auch und gerade für das Daytrading.

Wenn Sie sich diese Werte nun auf einem Fünf-Tages-Chart anschauen, werden Sie feststellen, dass die Werte gelegentlich abends ganz woanders geendet haben, als sie am nächsten Morgen eröffneten. Hiermit ist die Eröffnung an der deutschen Börse gemeint. Es gibt zwar einige Broker, die den Overnight-Handel im Forexbereich ermöglichen, aber erstens müssen Sie irgendwann mal schlafen, zweitens gibt es gegenwärtig wenig Erfahrungen damit, ob die Overnight-Handelsanbindung an einen amerikanischen oder japanischen Börsenplatz wirklich gut funktioniert.

Viele Trader bevorzugen einen deutschen Broker mit deutschem Support sowie an deutschen Handelsplätzen wie Stuttgart gehandelte Derivate. Dort können Sie außerbörslich montags bis freitags zwischen 08.00 bis 22.00 Uhr (aber nicht jedes Wertpapier) und börslich zwischen 09.00 bis 20.00 Uhr handeln. Zu empfehlen ist stets der börsliche Handel mit Kauf- und Verkaufsstopps, denn jeder Broker fällt irgendwann mal aus, und sei es für Minuten. Wenn die Order am Börsenplatz platziert ist, wird sie trotzdem ausgelöst. Sie können also mit Stopp-buy und Stopploss Ihr Handeln planen, und zwar intraday.

Wer sehr viele Werte bucht, kann theoretisch die Overnight-Gaps auch mit Derivaten aussitzen, weil einige Gaps zugunsten des Traders ausfallen. Manchmal stürzen aber Märkte overnight komplett ab, das war zum Beispiel nach dem Fukushima-Unglück so. Am Montagmorgen, dem 14.03.2011, wollte kein Trader der Welt Derivate im Portfolio haben, es sei denn Shortpositionen auf den Nikkei (der Dax stürzte auch ab).

Beim Daytrading wird eine Position eingebucht, von der nach charttechnischen Gesichtspunkten eine positive Entwicklung innerhalb der nächsten Stunden erwartet werden kann. Dann wird die Position mit einem Stopploss gesichert, zu empfehlen sind etwa 10 bis 20 Prozent unter dem Einstieg, die wiederum ein bis zwei Prozent des verfügbaren Gesamtkapitals darstellen sollten.

Praktisch sollte Daytrading mit rund 10 Positionen profitabel verlaufen, und viele professionelle Trader gehen auch so vor. Es müssen aber die 10 Positionen nicht gleichzeitig gebucht werden, es werden Stopp-buys gesetzt, vielleicht kommen an einem Handelstag nur drei bis vier Positionen zum Zuge (das genügt, Daytrading ist ein Fulltime-Job). Die Betrachtung ist strikt charttechnisch, für fundamentale Überlegungen bleibt in der Regel kaum Zeit.

Fazit zum Thema Daytrading

Daytrading hat nicht so viele Parallelen zum normalen Handel mit Wertpapieren. Vor allem das Thema Disziplin wird oftmals völlig unterschätzt. Sich an die Grundzüge des Daytrading zu halten liegt nicht in der Natur des Menschen. Er muss es erst lernen. Daher gibt es auch nicht viele erfolgreiche Daytrader. Die profitieren aber stark von der Menge, die oftmals nur allzu menschliche Fehler macht.

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