ISM-Einkaufsmanagerindex

Welche Bedeutung hat der Einkaufsmanagerindex als Indikator? Wann sollten Forex & CFD Trader ihn beachten?

Die Aktivitäten von Einkaufsmanagern werden in allen Wirtschaftsregionen stark beobachtet. In den USA werden sie im ISM-Einkaufsmanagerindex dargestellt, der seinen Namen vom Institute for Supply-Management hat, das die Daten erhebt. Landesweit wird die Stimmung von Einkaufsmanagern erfasst, in den USA erfolgt die ISM-Erhebung einen Werktag später als beim Chicagoer Einkaufsmanagerindex.

Dieser fokussiert auf Chicago als Modellregion, verantwortlich ist hier die Chicagoer National-Association of Purchasing Management. Die beiden Indizes liefern gemeinsam ein genaues Bild vom Einkauf, der das erste Glied der Wertschöpfungskette darstellt.

Daten beim ISM Einkaufsmanagerindex

Die Erhebung und Veröffentlichung erfolgt in diesem Fall durch das Institute-of Supply-Management, das 400 Einkaufsmanager befragt. Es geht um die Geschäftslage, die sich unmittelbar auf den Einkauf auswirkt.

Dabei stellt das Institute-of Supply-Management ein Sentiment fest, also die Stimmung der Manager. Belastbare Zahlen kommen nur teilweise und lückenhaft zum Ansatz.

Größtenteils liefern die Manager eine verbale Einschätzung, aus welcher Statistiker einen Wert zwischen 0 und 100 errechnet. In der Regel pendelt er um 50, wobei 100 eine uneingeschränkt positive, 0 eine absolut negative Stimmung bedeuten würden. Jeder Wert über 50 deutet also Optimismus an. In der Regel pendelt der ermittelte Wert relativ eng um die 50. Dieses Verfahren kommt bei fast allen Einkaufsmanagerindizes weltweit zum Einsatz.

Der ISM-Einkaufsmanagerindex gilt als bedeutend und wird schon seit Jahrzehnten (vormals als NAPM-Index) erhoben. Seit den 2000er Jahren stammen die befragten Manager aus 20 Sektoren des verarbeitenden Gewerbes. Die gestellten Fragen lassen Antwortalternativen wie „höher – niedriger“, “schneller – langsamer” oder „besser – schlechter“ zu. Fragen werden zur Auftrags- und Einkaufslage gestellt. Jeder Einkaufsmanagerindex ist ein Diffusionsindex: Antworten diffundieren hin zu einer eher positiven oder negativen und selbstverständlich subjektiven Stimmung. Beim ISM Einkaufsmanagerindex entstehen durch das Verfahren fünf gewichtete Indikatoren:

  • Auftragseingänge
  • Produktion
  • Zulieferer-Auslieferungen
  • Lagerbestände
  • Beschäftigung

Für jeden Indikator gibt es eine Saisonbereinigung zwischen 10 bis 30 Prozent. Darüber hinaus erfasst das Institute-of Supply-Management weitere Merkmale wie die Auftragsrückstände, Auftragseingänge für Importe und Exporte sowie Preise. Neben 20 Branchen spielen dabei auch 14 Schlüsselinvestitionen eine Rolle. Des Weiteren klammert die Bereinigung jahreszeitliche Schwankungen, institutionelle Veränderungen und Feiertage aus.

Der Index wird unterschiedlich beurteilt. Werte über 50 gelten einheitlich als positiv, unter 50 muss nicht sofort besorgniserregend sein. Das ISM hält Werte zwischen 42 und 43 immer noch für verkraftbar. Es gibt den speziellen US-amerikanischen ISM-Einkaufsmanagerindex schon seit 1931, lediglich im Zweiten Weltkrieg setzte man die Erhebung aus. Aktuell wird er am ersten Werktag des Monats veröffentlicht (16.00 h MEZ). Dabei gibt es nur eine sehr kurze zeitliche Verzögerung und auch nur einen sehr kleinen Revisionsfaktor.

Einkaufsmanagerindizes sind unter anderem bedeutsam als Indikatoren für den Inflationsdruck. Sollte sich an diesem Index unerwartet viel ändern, reagieren die Märkte darauf sensibel. Auch kürzer bis mittelfristig orientierte Trader sollten die Veröffentlichungen beachten.

Stärken:

  • Änderungen verlaufen kongruent mit Änderungen des BIP – aussagekräftiger Indikator
  • vorlaufende Indikation
  • zeitnahe Informationen über Aktivitäten von Herstellern
  • gute Darstellung des Anteils einzelner Industriezweige am BIP
  • exakte Darstellung nationaler Herstelleraktivitäten (durch Aufschlüsselung in 20 Schwerpunkte)
  • Frühindikator für Wendepunkte in einem Wirtschaftszyklus

Schwächen:

  • fehlende Lohn-/Gehaltskomponente
  • methodische Einschränkung durch Limitierung der Antwortmöglichkeiten
  • keine Erfassung geringgradig wachsender oder schrumpfender Komponenten
  • keine Darstellung technologischer Veränderungen samt ihrer Auswirkungen auf die Effizienz und den Stellenabbau
  • produzierendes Gewerbe dominiert

Wesentliche Fakten im Einkaufsmanagerindex:

  • Wendepunkte: Indikation für beschleunigtes oder verlangsamtes Wachstum
  • Preisveränderungen: Indikation für Inflationsbeschleunigung oder -reduktion
  • Auftragseingänge: Vorausschau auf künftige Monate

Fazit zum Einkaufsmanagerindex

Jeder Einkaufsmanagerindex ist für kurz- bis mittelfristige Entscheidungen über einige Wochen bedeutsam. Indextrader können ihn beachten, im Forexbereich gilt er als weniger wichtig.

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