Kagi Chart

Vorteilhaft oder doch veraltet? Wir erläutern die Eigenschaften des Kagi Charts.

Kagi Charts ähneln den Point & Figure Charts und funktionieren ebenso wie diese und auch die Renko Charts weitgehend unabhängig von der Zeit. Kagi heißt auf Japanisch Schlüssel. Der Chart entstand im Land der aufgehenden Sonne in den frühen 1870er Jahren. Japan hatte gerade an der Börse in Tokio seinen regulären Aktienhandel gestartet und internationalisiert. Wie auch die Candlestick Chartdarstellung schon seit dem 18. Jahrhundert bezog sich auch die Kagi Chartdarstellung anfangs vorwiegend auf Reispreise. Eine grundsätzliche Aussage des Kagi Charts betrifft die Relation zwischen Nachfrage und Angebot, die einfach und auf einen Blick erkennbar dargestellt wird.

Kagi Chart: Aufbau

Ein Kagi Chart sieht wie ein alter Schlüssel aus, daher hat er seinen Namen. Wie der Bart des Schlüssels wirken die senkrecht aufwärts und abwärts führenden Linien, zwischen denen kleine waagerechte Parallelen die Verbindung herstellen. Dieses Diagramm kann mithilfe der Richtung und der Stärke der Linien eine Preisentwicklung darstellen. Vertikale Linien werden mit einer Kursbewegung länger, dicke und/oder schwarze Linien zeigen neue Hochs, dünne und/oder rote Linien neue Tiefs an. Für Richtungswechsel gibt es eine absolute Umkehrgröße: Sollten die Kurse um diesen Betrag gestiegen oder gefallen sein, ändert sich das charttechnische Bild hin zu einer Umkehrformation.

Aussage

Dieser Chart zeichnet nur bei neuen Hochs oder Tiefs auch neue Linien. Die Kagi Chart Darstellung ist daher ein geschlossenes Trendfolge- und Trendbruch- sowie Breakout-System. Solche Funktionen sind für exotische Chartdarstellungen typisch, die auf den direkten Zeitbezug verzichten. Gute Beispiele wären die Point & Figure sowie die Renko Charts. Einzeichnungen in die Chartdiagramme erfolgen nur bei relevanten Ereignissen, die den Trend oder einen Trendbruch bestätigen.

Ableitungen

Trader leiten aus den Änderungen der Linienstärke im Kagi Chart Transaktionssignale für den Kauf oder Verkauf ab. Eine stärker werdende Kagi-Linie ist im Aktienmarkt ein Kaufsignal, eine dünner werdende Linie indiziert umgekehrt den Verkauf. Außerdem deutet sie einen bevorstehenden Trendbruch an. Investierte Anleger werden daraufhin ihre Stopps enger heranzuziehen. Mit dem Kagi Chart lässt sich zudem ein Ausgangspunkt finden, mit dem Trader in einen Trend einsteigen können.

Sinnvoller Einsatz

Der Kagi Chart wurde für die japanischen Reispreise entwickelt, mithin für einen Agrarrohstoff. Aus dem Rohstoff- und aus dem Aktienmarkt stammende Darstellungen funktionieren per se in tendierenden Märkten, wobei der Betrachtungszeitraum lang sein sollte. Die Entwickler des Kagi Charts dachten an Monate und Jahre.

In Seitwärtsbewegungen könnte der Kagi Chart Fehlsignale liefern, er sollte eher vernachlässigt werden. Das geschieht dann, wenn er schon länger keine Kauf- oder Verkaufssignale generiert. Zu beachten ist des Weiteren, dass Kagi Charts nicht für den modernen, sehr schnellen Intradayhandel entwickelt wurden. Das heißt nicht, dass sie nicht im Forex- und CFD-Bereich funktionieren könnten, doch Trader müssen das vorsichtig testen.

Stärken und Schwächen im CFD- und Forex-Bereich

Die Stärke von Kagi Charts ist ihre klare Signalgebung in tendierenden Märkten. Das trifft auf die Verwandten Renko und Point & Figure Chart ebenfalls zu. Der Kagi Chart enthält zusätzlich eine Aussage zum Grad einer bedeutsamen Bewegung, die das Transaktionssignal auslöst. Einem Point & Figure Chart ist er damit überlegen, denn jener funktioniert eher binär. Ein Ereignis findet also statt oder nicht.

Schwächen des Kagi Charts sind der fehlende Zeitbezug sowie die augenscheinliche Begrenzung auf die Assetklassen der Aktien und Rohstoffe. Für den Forex- und Indexbereich gibt es keine Aussagen zur erfolgreichen Anwendung von Kagi Charts. Wer mit CFDs diese Chartdarstellung aufgreift, sollte das mit länger laufenden CFDs auf Aktien und Rohstoffe (am besten Agrar- und Industrierohstoffe) versuchen. Für den Forexbereich raten wir pauschal eher ab, doch ein Experiment mit virtuellem Kapital könnte durchaus interessant sein.

Fazit zur Kagi Chartdarstellung

Die Kagi Chartdarstellung sollte allein aufgrund ihres Alters – es werden bald 150 Jahre – eher historisch verstanden werden. Für Trader, die mit CFDs und im Forex-Bereich investiert sind, ist der Kagi Chart zunächst eine Gut-zu-wissen-Information, nichtsdestotrotz könnte durchaus mit länger laufenden Rohstoff- und Aktien-CFDs auch einmal nach Kagi Charts gehandelt werden.

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