Long & Short: Was ist das?

Geht man mit einer Position Long oder Short? Forex Trader verwenden täglich diese Begriffe - eine Erläuterung.

Long und Short sind die beiden Bezeichnungen für steigende (long) und fallende (short) Kurse, sie stammen aus der Optionsscheinkennzeichnung. Lang oder weit halten die Käufer ihre Optionen auf steigende Kurse, am kurzen Ende sitzen die Verkäufer oder Stillhalter.

Das nehmen moderne Trader als Geschichtsunterricht zur Kenntnis, es spielt für das aktuelle Börsengeschehen keine Rolle mehr. Wenn Sie heute eine Longposition einnehmen, also auf steigende Kurse setzen, sitzt Ihnen gegenüber kein Verkäufer, sondern ein Emittent oder der Broker als Market Maker, der verpflichtet ist, Ihnen das Papier egal zu welchem Preis im Bruchteil einer Sekunde wieder abzunehmen.

Daher sind Long und Short nur zwei weitere Kennzeichnungen für die Einnahme von Positionen, so wie mit „Bull“ und „Call“ die Derivate auf steigende, mit „Bear“ und „Put“ die Derivate auf fallende Kurse bezeichnet werden.

Long und Short als Positionskennzeichnung

Bulle_Baer_bronzeWährend mit den Bullen und Bären auch eine Händlergruppe gekennzeichnet wird (nicht umsonst wurden vor der Frankfurter Börse die beiden netten Tiere als Plastiken aufgestellt), sprechen die Trader bei Call und Put stets nur von den Wertpapieren selbst, bei Long und Short ist auch die grundsätzliche Einnahme einer Position (als Bulle oder Bär) gemeint. Wer long spekuliert, glaubt an steigende Kurse, der Short-Käufer glaubt das Gegenteil.

Im Aktienmarkt ist das alles noch sehr leicht verständlich, im Devisenmarkt verlieren die Bezeichnungen ihre klare Aussage, denn wer mit EUR/USD long geht, glaubt zwar an einen gegenüber dem Dollar steigenden Euro, das hat aber nicht unbedingt etwas mit Wertsteigerung zu tun. Der Wert der beiden Währungen insgesamt bleibt schließlich konstant (solange niemand die Geldmenge verändert), es verschiebt sich nur die Relation.

Daher sind Long und Short heute relative Begriffe, noch viel mehr werden sie dazu, wenn wir uns das reale Tradinggeschehen anschauen, in welchem in beiden Richtungen Geld verdient wird.

Long und Short im Spekulationsgeschehen

Nicht nur zum Hedging, auch zur ganz gewöhnlichen, gewinnorientierten Spekulation werden Shortpositionen eingenommen, denn die entsprechenden Bear-Zertifikate auf fallende Kurse gewinnen genauso an Wert wie ihre Bull-Pendants auf die steigenden Kurse. Lassen Sie uns daher etwas philosophisch über Amateur-Politiker sinnieren, die immer wieder Leerverkäufe von Aktien verbieten möchten, um die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Die Idee kommt vielfach von amerikanischen Politikern, von unserer Physik-Doktorin Frau Bundeskanzlerin Merkel haben wir derartigen Unsinn noch nicht vernommen. Jene Politiker, deren Ausbildung man nicht kennt (es erinnert ein wenig an kommunistische Diktatoren, die vom Dachdecker zum Staatschef aufstiegen), haben von den Finanzmärkten so wenig verstanden, dass sich der arme, wissende, aber machtlose Trader zu fürchten beginnt. Also: Die Zeiten, da Longpositionen ein Synonym für steigende Aktienkurse und damit automatisch für Wohlstand waren, sind längst vorbei, und zwar ungefähr seit knapp einhundert Jahren.

Traderlegende Jesse Livermore, der sich leider 1940 erschoss, weil er wahrscheinlich die Märkte nicht mehr verstand (er erschoss sich mit drei Millionen Dollar auf dem Konto), verdiente das meiste Geld in der Großen Depression zu Beginn der 1930er Jahre – er hatte rechtzeitig auf „Short“ gesetzt und Aktien leerverkauft. So what? Ist Short deswegen böse? Es wurde Geld verdient, so wie die Deutsche Bank aktuell mit Trading das meiste Geld verdient, nachdem das Investmentbanking längst nicht mehr richtig funktioniert. Und bei diesem Trading wird gleichzeitig auf Long und Short gesetzt.

Die Geldbringer in der Finanzindustrie sind Derivate egal in welche Richtung, Shortpositionen verdienen im Auf und Ab der Märkte ebenso viel Geld wie Longpositionen – oder sie verlieren es. Wenn das passiert, wird auf die Bankhäuser und ihre Trader eingeprügelt, weil Letztere leider nicht den Mut haben, sich zu erschießen wie weiland Jesse Livermore. Müssen sie auch nicht. Eine saftige Pleite würde genügen, aber nicht die Rettung der Verlierer mit Ihrem und meinem Steuergeld, meine sehr verehrten Damen und Herren.

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