MM Broker (Market Maker)

Wie funktionieren und verdienen Market Maker und worauf sollten Trader besonders achten?

Wenn ein Broker als Market Maker auftritt, “macht er den Markt”. Das bedeutet: Er verkauft selbst Wertpapiere an seine Kunden und kauft sie von diesen zurück. Das unterscheidet sich von Brokern, die allein den Handel mit von Emittenten platzierten Wertpapieren vermitteln. Viele Broker spielen eine Doppelrolle, sie treten als MM Broker, aber auch als ECN, STP und DMA Broker auf, vermitteln also Orderaufträge an Banken und/oder andere Marktteilnehmer. Die Binärbroker und reine CFD-Broker sind oft auch reine Market Maker.

Wie verdient ein Market Maker?

Der Verdienst des MM Brokers sollte in Gebühren oder im Spread bestehen. Grundsätzlich sollte er nicht am Verlust des Kunden partizipieren, in der Praxis passiert das aber regelmäßig. Besonders die Binärbroker stehen unter diesem Verdacht, denn sie erheben weder Gebühren noch Spread (bestenfalls Auszahlungsgebühren), sodass sich fragt, wie sie Geld verdienen. Zu dieser Frage gibt es mit Stand 2016 noch keine befriedigende Antwort. Grundsätzlich sollte der Market Maker – etwa als CFD-Broker – wie folgt arbeiten:

  • Ein Kunde bucht beim MM Broker einen Call-CFD auf einen bestimmten Basiswert.
  • Ein anderer Kunde bucht zum selben Zeitraum einen Put-CFD auf diesen Basiswert. Die beiden Kunden spekulieren also unterschiedlich.
  • Beide Positionen sind gleich groß und heben sich gegenseitig für den MM Broker auf.
  • Was der eine Kunde gewinnt, verliert der andere Kunde.
  • Beide CFDs sind mit einem kleinen Spread versehen, der oft unter einem Prozent ihres Wertes liegt. Das ist der Verdienst des Market Makers.
  • Da in der Praxis Call- und Put-Positionen nie absolut deckungsgleich sind, gleicht der MM Broker den Überhang einer Seite mit dem eigenen Kauf entsprechender Gegenpositionen aus.

Haben Market Maker Vorteile für den Kunden?

Bestimmte Derivate – etwa die Binären Optionen, aber auch die meisten CFDs – werden ausschließlich von solchen Brokern angeboten. Diese müssen die Kurse stellen, die sie von offiziellen Börsenkursen der Basiswerte (Underlyings) ableiten, sie müssen aber auch genügend Liquidität bereitstellen, damit der Handel überhaupt möglich ist. Liquiditätsschwankungen gleichen sie aus. Daher wäre der Handel bestimmter Wertpapiere ohne Market Maker nicht möglich. Dass diese Broker wie üblich die technische Handelsplattform bereitstellen, ist ohnehin selbstverständlich.

Schwarze Schafe unter den Market Makern

Es gibt Untersuchungen dazu, wie die Market Maker überhaupt das eigene Hedging vornehmen, wie also ihr Orderbuch aussieht. Die Experten, die solche Untersuchungen durchführen, beklagen unbefriedigende Auskünfte vonseiten der Broker. Letzten Endes können sich Trader nur darauf verlassen, dass lizenzierte Broker in ihrer Arbeitsweise gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen. In EU-Staaten sind das die MiFID-Richtlinien, die unter anderem Bestausführungen für die Kunden und – ebenso wichtig – deren Dokumentation vorschreiben.

Wenn also ein Kunde den Verdacht hat, dass ihn der Broker beispielsweise mit zu viel Slippage betrügt, kann er ihn anzeigen und eine Untersuchung hierzu erzwingen. Dieses Risiko gehen lizenzierte Broker nur selten ein, wenn doch, fliegen sie in aller Regel auf. So hat die zypriotische Finanzaufsicht CySec im März 2016 einige CFD-, Forex- und Binärbroker mit teilweise empfindlichen Strafen belegt – bis hin zur zeitweiligen Sperre (Lizenzentzug) bei einzelnen Brokern. Wie wäre aber ein kleiner Brokerbetrug zu entdecken? Dafür gäbe es Indizien, unter anderem diese:

  • Orders werden spät und immer wieder mit absurd hoher Slippage ausgeführt – obwohl sich der Markt gar nicht so schnell bewegt.
  • Die Kursstellung des Brokers weicht permanent von der anderer Anbieter ab.
  • Der Broker verspricht riesige Boni.
  • Die Mindestkapitalisierungsanforderungen sind sehr hoch.

Fazit

Für bestimmte Derivate bedarf es eines Market Makers, insofern haben MM Broker ihre Berechtigung. Trader sollten sie aber mit einer gesunden Skepsis beurteilen und vor allem auf eine gültige Lizenz achten.

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