Point & Figure Chart

Ein selten angewandter Ansatz, der dennoch Stärken bei der Darstellung von Trends aufweist: der Point & Figure Chart.

Nur wenige europäische Trader handeln Forexwerte und CFDs nach Point & Figure Charts. Verschenken sie damit Potenzial? Das könnte sein, denn ein Point & Figure Chart stellt den Kursverlauf ohne Zeitachse dar, was manchen Tradern logischer erscheint. Aktienhändler aus dem angloamerikanischen Gebiet wenden den Point & Figure Chart traditionell an, dessen Grundlagen Charles Dow schuf. Er hatte damit schon vor 1900 Analysen der Aktienmärkte vorgenommen. Seit nunmehr über 100 Jahren hat sich die Chartdarstellung gehalten, ihr Einsatz kann auch im Forex- und CFD-Bereich sinnvoll sein.

Herkunft dieser Darstellung

Gerade im Aktienhandel ist die Zeit nicht unbedingt so bedeutsam, dass sie zwingend in einen Chart gehört. Charles Dow verzichtete auf Zeitdarstellungen, als er die Point & Figure Charts schuf, er nannte seine Methode “Figuring”. Den späteren Namen erhielt sie im frühen 20. Jahrhundert durch andere Autoren (Taylor/DeVilliers). Da noch heute Point & Figure Charts angewendet werden, scheinen sie viel Substanz mitzubringen.

Point & Figure Chart: Aufbau

Der Point & Figure Chart stellt Kursänderungen eines betrachteten Assets ohne Zeitachse dar. Die Y-Achse zeigt Kurswerte, die X-Achse Monate, jedoch nur dann, wenn es Veränderungen gibt. Ein fallender Kurs erhält ein “O”, ein steigender Kurs ein “X”. Bei einem Trendwechsel eröffnet das Chartprogramm jeweils eine neue Spalte, sodass eine Spalte nur “X” oder “O” aufweisen kann. Point & Figure Charts sind ausdrücklich für die Betrachtung in Monaten entwickelt worden, daher stellen die Zahlen und Buchstaben Monate dar: 1 bis 9 stehen für Januar bis September, A bis C für Oktober bis Dezember. Diese Regel wurde für die bessere Übersichtlichkeit aufgestellt.

Aussagen und Ableitungen

Trends und ihre Wechsel sind in beide Richtungen recht eindeutig zu erkennen. Geübte Analysten lesen aus Point & Figure Charts auch die Stärke von Trends ab. Es lassen sich daraus klare Kaufsignale ableiten, wenn etwa eine Säule 1 aufwärts, Säule 2 abwärts und Säule 3 wieder aufwärtsgerichtet sind. Dabei darf die Abwärtsbewegung der Säule 2 nicht größer als die Aufwärtsbewegung der Säule 1 sein, auch die Säule 3 muss länger als Säule 1 sein. Analysten entdecken in Point & Figure Charts Kaufsignale, mögliche Trendwechsel und Widerstands- oder Unterstützungslinien, die hier Hausse-/Baisselinien heißen. Sie sollen als 45°-Linie verlaufen. Moderne Indikatoren wie gleitende Durchschnitte, Bollinger-Bänder, der RSI oder der %R-Index lassen sich ebenfalls in Point & Figure Charts einzeichnen.

Point & Figure Chart im Einsatz

Diese Chartdarstellung liefert gute Kaufsignale für den Aktienmarkt, auch lassen sich damit Trends und Trendwechsel identifizieren. Für Forex- und CFD-Trader bedeutet das, sie sollten bei Aktien-CFDs durchaus einmal auf einen Point & Figure Chart schauen, andere Assets inklusive der Forexwerte können sie diesbezüglich testen. Ein Trendwechsel im Aktienmarkt von steigend auf fallend lässt sich daran erkennen, dass nach einer X-Reihe die nachfolgende O-Reihe mindestens drei “O”-Werte anzeigt, also dreimal hintereinander auf einen fallenden Markt verweist. Der Trendwechsel in die andere Richtung wurde von den Erfindern der Point & Figure Charts kaum betrachtet, es ging immer um den steigenden Aktienmarkt. Daher wären für andere Assets ebenso wie für eher fallende oder auch swingende Märkte Experimente mit dieser Chartdarstellung nötig.

Stärken und Schwächen

Eine unbestrittene Stärke ist die eindeutige Darstellung eines Trends im Aktienmarkt. Diese Darstellung ist gleichzeitig leicht verständlich. Selbst Support & Resistance sind sehr einfach zu identifizieren. Entweder generiert eine Aktie ein eindeutiges Kaufsignal, oder sie generiert es nicht. In anderen Chartdarstellungen ist das für gewöhnlich nicht ganz so einfach zu erkennen. Wenn sich Trader aber unsicher sind, setzen sie Kaufempfehlungen nicht immer um.

Die Point & Figure Charts erscheinen also bestechend simpel, was wiederum Kritiker auf den Plan ruft. Diese meinen, so einfach funktioniert die Börse dann doch nicht, schon gar nicht im 21. Jahrhundert. Das darf wiederum hinterfragt werden, denn es gibt andere Trader, die behaupten, die Börse habe immer gleich funktioniert. Das wäre eine Grundlagendiskussion zu den Point & Figure Charts, andere Schwächen ergeben sich aus der ungewohnten Darstellung. Viele Trader stört das Fehlen der Zeitachse, die nur rudimentär als Monatsbezeichnung vorhanden ist. Da es im Forex- und CFD-Trading sehr oft um Zeiteinheiten geht, können sich Trader in Kontinentaleuropa und auch in Asien wohl nur wenig mit den Point & Figure Charts anfreunden.

Fazit zu den Point & Figure Charts

Die interessante Darstellung verdient durchaus eine Würdigung, sie ist aber “aus der Mode gekommen”. Vielleicht schauen sich Forex- und CFD-Trader die Point & Figure Charts einmal an.

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