Producer Price Index (PPI)

Ist der PPI für den Handel mit Forex oder CFDs bedeutsam? Wie wirkt er sich aus? Was kündigt er an?

Der PPI (Producer Price Index = Erzeugerpreisindex) misst durchschnittliche Veränderungen der Verkaufspreise von Herstellern und ist aus verschiedenen Indizes zusammengesetzt. Die Messung erfasst beinahe alle Güter aus den Bereichen produzierendes Gewerbe, Energieversorgung, Fischerei, Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Bergbau.

Daten im PPI

Der Producer Price Index gilt als bedeutsam, weil Erzeugerpreise sowohl die Verbraucherpreise als auch die Kalkulation des weiterverarbeitenden Gewerbes beeinflussen. Daraus lässt sich die Inflationsentwicklung ableiten. Umgekehrt zeigt der PPI auch einen Preisdruck auf Massenwaren mit einer möglicherweise nachfolgenden Deflation rechtzeitig auf.

Für die Datenerhebung in den USA erhält das Bureau of Labor-Statistics (BLS) monatlich die Daten von rund 25.000 Einrichtungen zu etwa 100.000 Preisen. Daraus errechnen die BLS-Statistiker den PPI. Die Preise der ausgewählten Einzelwerte aus der Industrie und dem Handel werden für einzelne Phasen der Produktherstellung untersucht: Die erste Phase repräsentiert die Einkaufspreise für die Rohstoffe Öl und Gas, Holz oder Baumwolle, die zweite Phase betrifft die Preise von Zwischenprodukten wie Halbzeugen oder Stoffen, es folgen der Zwischenhandel und schließlich die Endverbraucherpreise beim Kunden.

Seit 1982 nimmt das BLS die Datenermittlung vor, um den Producer Price Index zu berechnen. Immer noch dient dieses Jahr als statistisches Basisjahr. Allerdings ermitteln die Statistiker der USA schon seit 1947 auf die eine oder andere Weise die Erzeugerpreise. Der PPI wird in drei Strukturen veröffentlicht:

  • Industrie: Daten aus einer Kombination von über 500 Industriepreisindizes, Produktsubindizes und rund 10.000 Sortimentsindizes
  • Handelswaren: 3.200 Preisindizes mit einer Klassifizierung nach Produktart und endgültiger Nutzung
  • Prozessstadien: Untersuchung der Produktionsstufen Rohmaterial, Zwischenprodukte und Endprodukte

Die Endprodukte sind für die Statistiker sehr bedeutsam, denn an deren Preisen lässt sich der Inflationsdruck am genauesten ablesen. Die Güter unterliegen einer Differenzierung nach Konsum- und Investitionsgütern, Letztere machen fast drei Viertel der Erhebung aus. Die PPI-Veröffentlichung erfolgt am 13. eines Monats (wenn dieser ein Werktag ist) um 14.30 h MEZ.

Es handelt sich beim Producer Price Index um einen sehr aktuellen Index, denn seine Daten stammen aus dem Vormonat und werden spätestens in der dritten Woche des Folgemonats publiziert. Die zeitliche Verzögerung ist also äußerst gering. Nach vier Monaten erfolgt eine Revision der Daten. Zusätzlich berechnet das BLS einmal jährlich neue saisonale Faktoren für die letzten fünf Jahre, außerdem erfolgen einmal pro Jahrzehnt große Benchmark-Korrekturen.

Finanzmarktakteure beobachten die Erzeugerpreise ebenso wie die Verbraucherpreise, diese beiden Werte sollten in einem gewissen Zeitabstand korrelieren. Wenn so eine Korrelation nicht ablesbar ist, verweist das auf eine unterschiedliche Bewertung der wirtschaftlichen Situation durch Produzenten und Verbraucher, die durchaus möglich ist. Erzeugerpreise laufen den Verbraucherpreisen etwas voraus, an der Spitze dieser Indikatoren steht der Einkaufsmanagerindex.

Diese zeitliche Abfolge entspricht der Logik der Wertschöpfungskette. Bei gut laufender Wirtschaft reagieren die Verbraucher- auf die Erzeugerpreise, wobei es auch eine reflexive Relation gibt: Sollten Produzenten zur Auffassung gelangen, dass sich die Konjunktur abkühlt, drosseln sie oft die Produktion oder leeren die Lager, was Preissteigerungen im PPI verursacht. Verbraucher erfahren manchmal nicht sofort etwas von der Abkühlung, weil ihr Verhalten unter anderem stark mediengesteuert ist, während sich Produzenten von den Medien kaum beeinflussen lassen. In solchen Fällen korrelieren der PPI und der wichtige Verbraucherpreisindex CPI nicht mehr oder nur mit einer sehr starken zeitlichen Verzögerung. Finanzfachleute können daraus ein Alarmsignal ableiten.

Stärken:

  • enge Preisinformationen
  • Betrachtung verschiedener Produktionsphasen
  • sehr breite Aufstellung
  • vorlaufender Indikator

Schwächen:

  • Vernachlässigung des Dienstleistungssektors
  • Ausschluss des Imports

Fazit zum PPI

Wer den Producer Price Index interpretiert, sollte die Preisveränderungen bei den Fertiggütern stark beachten. An diesen Preisen lässt sich eine Inflationstendenz für Massenwaren ablesen. Die Preisänderungen bei den Vorprodukten gelten hingegen als vorlaufender Indikator. Der Fokus des PPI liegt auf der Kernrate der Inflation. Die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel haben nur eine geringe Prognosequalität.

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