Renko Chart

Der Exot unter den Chartdarstellungen: Welche Eigenschaften zeichnen den Renko Chart aus?

Der Renko Chart wirkt sehr exotisch, er besteht aus weißen und schwarzen Kästen. Entwickelt wurde er Japan, vermutlich ist er eine Weiterentwicklung der Candlesticks, die aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stammt. Die Kästen oder Blöcke wirken wie Ziegel (japanisch “renga”), das verlieh der Chartdarstellung vermutlich ihren Namen. Die Ziegel zeigen weder Zeit noch Volumen, übliche Chartmuster lassen sich daraus ebenfalls nicht ableiten. Es fragt sich, was Forex- und CFD-Trader mit einem Renko Chart anfangen können.

Aufbau des Renko Charts

Ein Renko Chart wirkt wie eine Anhäufung von Ziegelsteinen. Dieses Bild ergibt sich durch eine Aneinanderreihung fallender (rot oder schwarz) beziehungsweise steigender (grün oder weiß) Kästen. Deren Größe ist immer gleich. Ein neuer Kasten wird nur gezeichnet, wenn es beim Kurs eine bestimmte Mindeständerung gibt. Ein Renko Chart zeigt Trends sehr gut an, auch Trendwenden werden rein optisch sofort erkannt. Die Größe der Kästen zeigt die Volatilität an, hohe Kästen innerhalb eines bestimmten Chartverlaufs stehen für eine hohe Volatilität. Die Zeitskala bleibt dabei untergeordnet. Ähnlich wie bei den Point & Figure Charts entstehen neue Kästen nur dann, wenn es neue Ereignisse gibt.

Renko Chart: die wichtigsten Aussagen

Die wichtigste Aussage eines Renko Charts betrifft eine mögliche Trendwende. Damit ist er den Point & Figure Charts sehr ähnlich. Wie diese liefert auch der Renko Chart Kauf- und Verkaufssignale, ebenso lassen sich Widerstands- und Unterstützungslinien einzeichnen. Der genaue Zeitverlauf der Kurse ist hingegen nicht erkennbar, denn die Zeiteinheiten sind nicht definiert. Gute Ableitungen wären Einstiegs- und Exit-Signale vorrangig in einer Trendphase, doch auch Trendwenden, Supports und Resistance Levels sind gut erkennen. Daher kann der Renko Chart für das Stopplossmanagement herangezogen werden, der Trader benötigt hierfür aber ein weiteres, preis- und zeitbezogenes Chartprogramm. Im Forex- und CFD-Handel kann ein Renko Chart durchaus für den Kauf und das Risikomanagement benutzt werden, jedoch werden ihn wahrscheinlich nur wenige Trader anwenden. Er gilt als exotisch und ist weitgehend unbekannt.

Einsatz

Angesichts dieser Betrachtung fragt es sich, wo ein Renko Chart überhaupt eingesetzt wird. Entwickelt wurde er ganz eindeutig für das Positionstrading in Aktienmärkten, wo er in Trendphasen seine Vorzüge entfaltet. Wer CFDs auf Aktien bucht und damit Positionstrading betreibt, könnte also einen Renko Chart verwenden. Darüber hinaus wäre er möglicherweise auch im kurzfristigen Handel von Forexwerten sowie von CFDs auf Indizes und Rohstoffe einsetzbar, doch dafür müssten diese Assets im entsprechenden, durch den Trader angewendeten Zeitraum deutlich tendieren.

Es darf nicht vergessen werden, dass die ursprüngliche Basis Tagescharts waren, daher gelten andere Anwendungen als heikel. Eindeutig gar nicht funktioniert ein Renko Chart in Seitwärtsphasen. Dort erzeugt er fortlaufende Fehlsignale. Wenn es einen Trend gibt, können sich Trader den Renko Chart durch eine Anpassung der Kastengröße einrichten.

Stärken und Schwächen beim Forex- und CFD-Trading

Wer CFDs auf Aktien handelt, erhält in einem tendierenden Markt für Laufzeiten ab einer Woche möglicherweise ein sehr klares Signal. In dieser Hinsicht wirkt ein Renko Chart wie der sprichwörtliche Heilige Gral. Das ist seine größte Stärke. Es gibt tatsächlich Trader, die für das Aktientrading von Trefferquoten um rund 80 % für einzelne Assets berichten.

Dem steht die große Schwäche des Renko Charts gegenüber: Er wirkt so unkonventionell und exotisch, dass ihn die meisten Trader gar nicht ins Auge fassen. Die fehlende Zeitskala wirkt im modernen Trading zudem sehr abschreckend, denn fast jeder Trader denkt heute zumindest zeitweilig an Daytrading, das an enge Zeitfenster gebunden ist. Abgesehen davon, dass nur wenige Chartprogramme überhaupt solche Exoten führen, wäre vermutlich für den Einsatz eines Renko Charts im Intraday-Bereich ein gewisses Training nötig – mit ungewissem Ausgang.

Fazit: Renko Chart bleibt ein Exot

Diese Chartdarstellung gilt heute als Exot, auch wenn sie durchaus Vorzüge mitbringt. Ihre Entwicklung ist wie in anderen Fällen historisch zu verstehen. Im Prinzip waren Renko Charts die japanische Antwort auf die im angloamerikanischen Raum etwa zeitgleich entwickelten Point & Figure Charts. Beide Varianten kamen im Aktienmarkt bis in die 1960er bis 1970er Jahre durchaus zum Einsatz. Die modernen Chartprogramme vernachlässigen vielfach solche exotischen Varianten, was für Forex- und CFD-Trader nicht allzu schlimm ist. Sie sollten den Renko Chart nur einmal zur Kenntnis nehmen, um sich mit einer etwas anderen Betrachtungsweise auseinanderzusetzen.

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